Fachärztin für Gynäkologie & Geburtshilfe
Endometriose verringert die Chance auf Wunschkind um 25%

Der März steht ganz im Zeichen der Endometriose: Eine aktuelle Studie zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen dieser bekannten Krankheit und einem unerfüllten Kinderwunsch. Zudem hat Endometriose, abhängig vom Stadium der Erkrankung, Einfluss auf den Erfolg einer Fertilitätsbehandlung.

Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in der wissenschaftlichen Zeitschrift Human Reproduction Open, zeigt, dass die Auswirkungen der Endometriose die Geburtsrate bei Frauen im ersten IVF Zyklus negativ beeinflusst. Dazu wurden in einer Zeitspanne von 14 Jahren mehr als 500 Frauen, die von der Krankheit betroffen sind, und mehr als 700 Frauen mit eingeschränkter Fertilität untersucht. Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen bei Frauen, die zwischen der Pubertät und der Menopause auftritt. Dabei finden sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutterhöhle. Dies kann zu enormen Schmerzen und der Zerstörung von Gewebe führen.

Bis zur Hälfte der unfruchtbaren Frauen leiden unter Endometriose
Die Krankheit ist bereits bekannt dafür, die Fruchtbarkeit zu reduzieren. 20 bis 50 Prozent der Frauen, die eine Fertilitätsbehandlung erhalten, werden damit diagnostiziert. Forscher fanden nun heraus, dass die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft aufgrund der Krankheit abnimmt. Die Chance auf eine Geburt verringert sich hier – je nach Schwere der Erkrankung – um mindestens 24 Prozent. Frauen, die an Endometriose leiden, sind laut Studie im Durchschnitt 35 Jahre jung.

„Endometriose zählt zu den häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch, da es dadurch zu Eierstockzysten, Verwachsungen oder sogar zum Verschluss der Eileiter kommen kann. Dies kann das Eintreten einer Schwangerschaft verhindern. Die konkrete Diagnose kann nur eine Laparoskopie und das Entnehmen einer Probe bringen. Oft ist eine Operation zur Behandlung notwendig, als Alternative werden die Antibabypille oder Präparate, die das Hormon Progesteron enthält, empfohlen“ erklärt Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca, unser Leiter des Kinderwunschzentrums.

Symptome rechtzeitig erkennen und behandeln
10 bis 15 Prozent der Frauen leiden unter Endometriose. Beschwerden wie extrem starke Menstruationsbeschwerden, Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs, Urinierens oder Stuhlgangs sowie erhöhte Infektanfälligkeit werden häufig nicht in Verbindung mit Endometriose gebracht. Somit dauert eine richtige Diagnose häufig Monate oder sogar Jahre.

„Beschwerden im Unterleib sollten ernst genommen und der Ursache auf den Grund gegangen werden“, so Prof. Obruca. „Das Kinderwunschzentrum bietet Paaren klärende Gespräche an, um die Krankheit frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Eine Ultraschalluntersuchung kann hier schon ein erstes Bild für eine mögliche Diagnose bringen“.

 

Quelle:
The effect of endometriosis on live birth rate and other reproductive outcomes in ART cycles: a cohort study, C. M. Muteshi, E. O. Ohuma, T. Child and C. M. Becker In: Human Reproduction Open, pp. 1–7, 2018; doi:10.1093/hropen/hoy016

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